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Gründe für das Absinthverbot jenseits der Gesundheitsgefährdung

Es ist unstrittig, dass die Entscheidung, Absinthe zu verbieten zu Anfang des 20. Jahrhunderts durchaus gerechtfertigt und richtig war, um die
Bevölkerung vor den Gefahren des Absinthekonsums zu bewahren – auch wenn die Gefahr gar nicht vom Absinthe selbst ausging, sondern von skrupellosen Geschäftsleuten, die versuchten, mit schlecht hergestelltem und gepanschtem Absinth schnell zu Geld zu kommen. Technisch war man noch lange nicht so weit, die Zusammensetzung des Absinth so festzulegen, dass keine größere gesundheitliche Gefährdung von diesem Getränk ausging, als von jedem anderen hochprozentigen Destillat, zumal auch die Mittel und Kontrollinstanzen fehlten, solche Regelungen durchzusetzen. Dennoch befremdet die Tatsache, dass innerhalb weniger Jahre in fast ganz Europa derart rigorose Verbote ausgesprochen wurden, für ein Getränk, um dass sich ein ganzer Wirtschaftszweig gebildet hatte, angefangen bei den verschiedenen Destillen, bis hin zu Lokalen, die einzig und allein auf den Konsum dieses einen Getränkes ausgerichtet waren. Zumal sich der Absinth immer noch größter Beliebtheit erfreute, hatte sich der jährliche Absinthkonsum doch allein in Frankreich innerhalb weniger Jahre von einigen hundert Litern auf über 35 Millionen Liter potentiert – so dass das Geschäft mit dem Absinthe ein durchaus ernst zu nehmender Wirtschaftszweig geworden war.

Doch drohte die Grüne Fee, einen anderes Getränk zu verdrängen, das eine wesentlich längere Tradition hatte, und an dessen Herstellung wesentlich mehr Leute beteiligt waren (die eine entsprechend große Lobby bildeten): Den Wein. Und so ist es kaum verwunderlich, dass das Absintheverbot auch und gerade mit der Unterstützung und auf betreiben der Weinlobby so rigoros durchgesetzt wurde.

Allerdings nicht rigoros genug, denn der Absinthe hat überlebt, das Verbot wurde aufgehoben, und inzwischen kann man die Grüne Fee völlig unkompliziert zum Beispiel in einem Absinth Shop im Internet bestellen.

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